Über den Zusammenhang von Gehirnwellen und Entspannung

Was passiert eigentlich genau im Gehirn, wenn wir uns entspannen? Und warum ist der Entspannungszustand so hilfreich für unsere Aufmerksamkeit und Konzentration? Antworten auf diese Fragen findest du in diesem Artikel.
Wenn wir in die Welt der Entspannung eintauchen, dann führt kein Weg an den Gehirnströmen vorbei. Gehirnströme lassen sich mit dem EEG messen. Es gibt unterschiedliche Gehirnströme, die in der Literatur unterschieden werden und mit unterschiedlichen Zuständen und Befindlichkeiten verknüpft sind. Je schneller diese Gehirnwellen sind, umso aktiver sind wir. Gamma-Wellen sind die schnellsten Gehirnwellen, die vor allem im Zustand extremer körperlicher und geistiger Höchstleistungen oder Hyperaktivität auftreten. Diese Gamma-Wellen treten am seltensten auf.
Beta-Wellen, sind die Gehirnwellen, die besonders häufig auftreten und mit Aufmerksamkeit, Wachheit und Konzentration konnotiert sind. Allerdings kann dieser Zustand sich auch zu Angst und Besorgnis entwickeln. Diese Gehirnwellen sind als “Normalzustand” unseres westlichen Gehirns zu bezeichnen.
Alpha-Wellen sind Gehirnwellen, die in der Entspannung auftreten. Der Zustand der Alpha-Wellen wird vor allem darüber erreicht, dass wir die Augen geschlossen haben und uns entspannen. Ein gehäuftes Auftreten dieser Gehirnwellen kann mit Autogenem Training, Progressiver Muskelentspannung aber auch Meditation erreicht werden. Der Zustand, in dem die Alpha-Wellen auftreten, ist von innerer Ruhe, Wohlgefühl und Entspannung gekennzeichnet. Mit Entspannungsverfahren kann dieser Zustand bewusst hergestellt werden. Dadurch kann ganz bewusst ein Ausgleich geschaffen werden und Ängste und Sorgen können abnehmen.
Insbesondere dann, wenn man erst für eine kurze Zeit Entspannungstechniken für sich anwendet, kann es auch zum Auftreten von Theta-Wellen kommen. Diese Gehirnwellen haben eine Besonderheit, denn Sie treten in zwei Ausrichtungen auf: Theta-Wellen treten vor allem beim Einschlafen auf, in einem Zustand der durch tiefe Ruhe und Schläfrigkeit gekennzeichnet ist. Außerdem treten diese Gehirnwellen bei der Fokussierung von Aufmerksamkeit auf bestimmte Aufgaben auf. Das Auftreten der Theta-Wellen bei Menschen, die eher wenig Erfahrungen mit Entspannungstechniken haben, lässt sich vor allem dadurch erklären, dass die Übenden zum Beginn des Entspannungstrainings noch nicht gewohnt sind, mit ihrer Aufmerksamkeit im Alpha-Zustand zu bleiben. Dadurch kann anfangs eine gewisse Schläfrigkeit einsetzen, die auch zum Einschlafen führen kann. Im Laufe des Trainings verändert sich das Auftreten der Theta-Wellen im Entspannungszustand: Langfristig Übende gleiten seltener in den Schlaf ab und erleben häufiger die zweite Art der Theta-Wellen, die für das Problemlösen und die Konzentration für bestimmte Aufgaben hilfreich sind. Das Auftreten der Theta-Wellen lässt sich zudem auch dadurch provozieren, dass die Übungen im Liegen durchgeführt werden.
Nach dem Einschlafen können im Gehirn vor allem Delta-Wellen gemessen werden, die vor allem im Tiefschlaf auftreten.
Mit Entspannungstechniken ist es möglich das Gehirn so zu beeinflussen, dass sich Alpha-Wellen und Theta-Wellen einstellen. Die Übungen der Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation oder Meditation sind so konzipiert, dass sie einen zuverlässigen und systematischen Weg in den Zustand der Tiefenentspannung ermöglichen. Zudem erreichen Sie in diesem Zustand eine Harmonisierung von Sympathikus und Parasympathikus im autonomen Nervensystem.