Über den Umgang mit Widerständen

Mein aktuelles Projekt „Zeit für Achtsamkeit“ hat mich einmal mehr mit dem Thema der inneren Widerstände in Kontakt gebracht. Oft merke ich in den Kursen, die ich zum Beispiel zum Autogenen Training anbiete, dass die Teilnehmer sehr motiviert in den Kurs starten. Nach ein, zwei Wochen jedoch, wenn ich dann frage, wieviel sie schon in den Alltag integrieren konnten, kommt manchmal eine ernüchternde Bilanz. Das ist schade, wenn man bedenkt, mit wieviel Motivation alle Teilnehmer der Gruppe gestartet sind! Viele Teilnehmer schaffen es jedoch trotz der Widrigkeiten des Alltags das Autogene Training in der ein oder anderen Form in Ihren Alltag zu integrieren. Das Schöne dabei ist für mich zu sehen, mit welchem Erfindungsreichtum diese Teilnehmer das Übertragen in den Alltag meistern. Manchmal auch auf ganz unkonventionellem Wege und auf jeden Fall anders als vorab geplant.

Und wieder: Der innere Schweinehund.
Warum ist es aber so schwierig neue, gute Gewohnheiten zu integrieren? Bei meinem Projekt „Zeit für Achtsamkeit“ habe ich gemerkt wie schwierig es ist, bei allen tollen Vorsätzen, dann im Alltag sich immer wieder zuverlässig an sein Projekt zu erinnern und den Fokus beizubehalten. Zu oft steht mir mein innerer Schweinehund im Wege. Morgens, wenn ich dachte „Jetzt ist ein perfekter Zeitpunkt für eine Morgenmeditation!“ wusste mein innerer Schweinehund, dass es ja viel schöner wäre, jetzt einen Kaffee zu trinken.
Oder wenn ich mir vorgenommen habe, heute zum Einschlafen noch einmal das Autogene Training zu üben, bin ich über den Gedanken an die Übung schon eingeschlafen.

Widerstände kreativ nutzen
Inzwischen gehe ich kreativ mit den Widerständen um. Wer sagt denn, dass man nicht auch von seinem Plan abweichen kann? Letztlich kann ich ja auch meinen morgendlichen Kaffee ganz achtsam trinken. Und schon geht es mir gleich besser, denn ich habe zwar den Plan geändert, aber das Projekt nicht aus den Augen verloren. Genauso gut kann ich mit großer Achtsamkeit die vier Treppen zur Wohnung hinaufgehen. Das mache ich sowieso jeden Tag und so kann ich auch gleich diesen Moment nutzen, um meine Achtsamkeit zu trainieren.
Auf diesem Wege haben sich in der letzten Zeit viele neue Möglichkeiten aufgetan, wie man Achtsamkeit im Alltag praktizieren kann. Ein paar Ideen habe ich auf dieser Seite zusammengetragen. Vielleicht unterstützen Dich meine Inspirationen auch bei Deinem Weg zu mehr Achtsamkeit im Alltag.

Zusammenfassend muss ich sagen, dass das Projekt „Zeit für Achtsamkeit“ mir sehr viel hilft auch noch einmal die Perspektive der Lernenden zu übernehmen. Ich merke – einmal mehr an meiner eigenen Erfahrung – wie schwierig es ist auch gute Gewohnheiten zu einer festen Routine werden zu lassen.