Möglichkeiten für mehr Achtsamkeit im Alltag

Im Rahmen meines Projektes „Zeit für Achtsamkeit“ habe ich eine Reihe von sehr wirkungsvollen Übungen entdeckt, die mir helfen dieses Projekt auch in den Anforderungen des Alltags nicht aus den Augen zu verlieren.

Der Zauber des ersten Kaffees am Morgen
Besonders hilfreich fand ich es zum Beispiel meinen ersten Kaffee (oder Tee) am Morgen ganz achtsam zu trinken. Das ist etwas, was ich jeden Tag mache und es bedeutete für mich keinerlei zeitlichen Mehraufwand. Ich liebe es inzwischen zu beobachten, was der erste Schluck des warmen Kaffees oder Tees mit mir macht. Das Gefühl, wenn genau dieser erste Schluck meinen Magen erreicht und ihn wärmt, ist einfach zauberhaft und kaum zu beschreiben.

Statt beschwerlichem Alltag, einmal achtsam Treppensteigen
Eine andere – auch sehr alltagstaugliche – Übung ist es für mich, mich dabei zu beobachten wie ich die Treppen hinaufgehe. So werden die vielen Stufen in den vierten Stock jedes Mal zu einer neuen Erfahrung. Es macht nämlich tatsächlich einen großen Unterschied, ob ich diese Treppen mit den Briefen aus dem Briefkasten oder mit einem Paket oder den Einkäufen hinaufsteige. Gut, dass die Belastung unterschiedlich ist, war zu erwarten. Aber es geht vielmehr um meine Haltung, in der ich diese Treppen hinaufgehe. Probiere es doch einfach mal aus und Du wirst den Unterschied selbst spüren! Aber nicht nur die Art und Menge des Gepäcks macht hier einen Unterschied. Auch das Schuhwerk und dadurch der Winkel, in dem sich die Füße befinden, verändert das Treppensteigen unglaublich stark.

Kaffee und Brötchen to go achtsam genießen
Vielleicht gehörst Du ja auch zu denen, die morgens ihr Brötchen in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu sich nehmen. Keine Angst, ich werde Dir jetzt keinen Vortrag über gesunde Ernährung halten! Du wirst schon Deine Gründe haben, warum Du morgens Dein Brötchen erst beim Bäcker gekauft hast und es dann in den öffentlichen Verkehrsmitteln im Stehen verspeist. Nun, versuche es einmal auf die achtsame Art und Weise! Die Strecke, die Du zur Arbeit fährst, ist Dir bestimmt geläufig und so kannst Du es Dir auch erlauben Dich voll und ganz Deinem Brötchen hinzugeben. Versuche Deine Aufmerksamkeit nur auf Dein Brötchen zu richten und das, was in Deinem Mund und in Deinem Körper damit geschieht. Ich selbst muss zugeben, dass ich auch zu denjenigen gehöre, die ihr Frühstück ab und zu während der Fahrt einnehmen. Dabei habe ich aber genau das herausgefunden: Es geht auch achtsam!

Neue Wege gehen
Kürzlich habe ich auch eine neue Laufstrecke ausprobiert. Auch das war eine tolle Erfahrung! Statt der gewohnten Strecke zu nehmen, habe ich mir eine neue Route herausgesucht und bin ganz gespannt durch die Straßen gelaufen. Zugegebenermaßen war das nicht so schwierig, denn wir sind zum Beginn des Jahres ja gerade erst in diese Gegend hier gezogen, aber letztlich geht es ja um die veränderte Haltung, mit der man auch ganz gewöhnliche Dinge des Alltags erledigt.

Das Dazwischen betrachten
Ist Dir eigentlich schon einmal aufgefallen, dass es zwischen allen Dingen ein „Dazwischen“ gibt? Mir ist diese Übung kürzlich begegnet und seitdem übe ich sie immer wieder im Alltag. Sie ist ganz einfach und ist schnell umgesetzt. Sie funktioniert so: Normalerweise betrachten wir ja oft die Dinge, die uns wichtig erscheinen. Wir sehen zum Beispiel das Glas Wasser und die Flasche mit dem Wasser. Oder wir sehen den Monitor an dem wir arbeiten und die Stifte. Was passiert jedoch, wenn wir einmal genau das betrachten, was dazwischen liegt? Also den Raum zwischen dem Glas und der Flasche oder der Platz zwischen dem Monitor und den Stiften oder zwischen den einzelnen Stiften.
Vielleicht fragst Du Dich jetzt, was das soll? Nun, dadurch, dass wir einmal die gewohnten Sichtweisen verlassen, findet ein Perspektivwechsel statt. Und diese Übung und Erfahrung hilft uns wiederum auch in anderen Situationen schneller eine andere Perspektive einnehmen zu können. Ich habe dazu bereits an einer anderen Stelle schon einmal einen Artikel erfasst, der Dich vielleicht interessiert, wenn Du Dich damit beschäftigst, wie man einen Perspektivwechsel in der Wahrnehmung von Körpersignalen herstellen kann. Den Artikel dazu findest Du hier.

Ich bin gespannt, welche ganz einfachen und wirkungsvollen Methoden sich im Laufe des Projektes „Zeit für Achtsamkeit“ noch auftun werden.
Hast Du eine Lieblingsübung, die Du mir empfehlen möchtest? Dann schreibe mir gern eine E-Mail!