Interview für den Berlinerinnen-Podcast: Ich bin eine Berlinerin.

Ich bin eine Berlinerin. Ich bin in Friedrichshain geboren und dort aufgewachsen. Ich kenne die Hinterhöfe dieses Bezirkes, die ich in meiner Kindheit entdeckt habe. Zu jedem Haus in Friedrichshain kann ich dir eine Geschichte erzählen, wenn du mich danach fragst. Ich gehöre nicht zu den Berliner_innen, die nur in ihrem Stadtbezirk geblieben sind. Ich bin in Friedrichshain aufs Gymnasium gegangen und habe in Charlottenburg mein Abitur gemacht. Ich habe Betriebswirtschaftslehre an der Freien Universität in Berlin und später in Potsdam Soziologie, Betriebswirtschaftslehre und Medienwissenschaft studiert. Ich habe ein Semester in Bologna verbracht und in Barcelona 1,5 Jahre in einer Sprachschule gearbeitet.

In diesen Jahren bin ich so vielen unterschiedlichen Menschen begegnet und habe viele Erfahrungen gemacht. Zu diesen Erfahrungen gehört auch die Zeit, in der ich im Berliner Nachtleben unterwegs war. Es waren die Zeiten, als es den Tresor/Globus noch in der Leipziger Straße gab und als alte Kaufhallen zu temporären Plätzen für elektronische Musik wurden. Es waren die Zeiten, in denen die Berliner_innen einmal wieder nach Chancen gesucht haben. Sie haben diese neuen Möglichkeiten entdeckt und für sich erschlossen. Diese Kreativität und Flexibilität, die Fähigkeit zur Improvisation und der unstillbare Tatendrang sind die Eigenschaften, die für mich die Berlinerin ausmachen. Die Berlinerin ist „gewachsen auf Beton“ und kann auch in unwirtlichen Bedingungen wachsen und gedeihen.

In dem Interview geht es um meine Erfahrungen im Berliner Nachtleben Ende der 1990er Jahre und Anfang der 2000er. Es geht aber auch um die Entwicklung der Stadt und des Stadtbezirks und um Dinge, die mir wichtig sind. Sarah und Sandra sind selbst Berlinerinnen und möchten im Berlinerinnen-Podcast andere Berlinerinnen zu Wort kommen lassen und hören, wie sie die Stadt und ihre Entwicklung erleben. Das Interview war für mich eine Zeitreise in meine Kindheit, Jugend und mein frühes Erwachsenenalter. Ich danke den beiden für diese Möglichkeit und die schönen Erinnerungen.