Rituale an den Feiertagen: Was soll bleiben? Was darf gehen?

Die Feiertage stehen vor der Tür. Für nicht wenige Menschen sind die Feiertage zum Jahreswechsel kein Fest zur Freude. In diesen Tagen werden alte Emotionen hochgespült, die man längst vergessen glaubte. Alte Erinnerungen an Kindheitstage werden wach als man noch gemeinsam Weihnachten gefeiert hat. 

Wie sind diese Tage abgelaufen?
Welche Rituale gab es an den Feiertagen?
Wer hat wen wann besucht?
Und was davon hat dir gut getan?

Oft übernehmen wir solche Rituale aus unserer Kindheit und nehmen sie mit in die nächste Generation. Manchmal sprechen wir dann von der guten alten Tradition. Wenn sie einmal fehlt, spüren wir das sofort.
Doch manche dieser Rituale und Gewohnheiten sind im Hier und Jetzt nicht mehr nährend – sondern rauben dir deine Energie und Lebensfreude.
Vielleicht ist es dein Perfektionismus, dem du während der Feiertage begegnest, wenn du den Baum oder die Leiter besonders schön schmücken möchtest? Alles soll perfekt sein: Alle Zimmer sind weihnachtlich geschmückt, Das Menü kann sich sehen lassen. Für jeden wurde ein passendes Geschenk besorgt. Alle sitzen fröhlich am Tisch. Es werden alte Geschichten erzählt und Pläne für das neue Jahr geteilt.
Vielleicht sind die Feiertage in diesem Jahr eine Einladung, um die Gewohnheiten, die sich rund um die Feiertage entwickelt haben, noch einmal zu prüfen, ob sie in die Zeit passen, die jetzt geschieht. Dann kann man längst überholte Rituale ziehen lassen und Platz schaffen für Neues, was sich jetzt richtig und stimmig anfühlt. Wie gut, dass die Feiertage gerade vor der Tür stehen. Dann kannst du diese Übung gleich ausprobieren.
Alte Gewohnheiten in einer Art lebendigem Setzkasten auszustellen, ist nicht der Sinn des Lebens. Das Leben möchte im Hier und Jetzt gelebt werden.

Berlin, 22.12.2019